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26.08. 2020

Verbesserte Versorgung von Herzinfarktpatienten in Südbrandenburg

Senftenberg. Die Klinik für Innere Medizin/Kardiologie am Standort Senftenberg des Klinikums Niederlausitz hat die Notfallbereitschaft für Herzinfarktpatienten erweitert. Gefäßverschlüsse am Herzen können nun wochentags zwischen 7:00 und 22:00 Uhr im Herzkatheterlabor behandelt werden. Damit kann die Zeitspanne vom Notruf bis zur Behandlung verkürzt werden, was die Heilungschancen verbessert.

„Zeit ist Muskel! Beim Herzinfarkt wird der Herzmuskel nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff versorgt. Je schneller wir das verstopfte Herzkranzgefäß wieder durchlässig machen, desto besser ist die Prognose für den Patienten“, erläutert Chefarzt Priv.-Doz. Dr. Torsten K. Röpke den Stellenwert der erweiterten Herzkatheterbereitschaft des Klinikums Niederlausitz für die Versorgung von Herzinfarktpatienten im Süden Brandenburgs. Verlegungen und die damit verbundenen Wegzeiten nach Cottbus, Hoyerswerda oder Dresden können so reduziert werden.

Wertvolle Zeit gewinnen mit Telemedizin
Um weitere kostbare Zeit zu gewinnen, verfügen die Notarzteinsatzfahrzeuge in Senftenberg und Lauchhammer und der in Senftenberg stationierte Rettungshubschrauber zudem neuerdings über Technik für eine telemedizinische Übermittlung präklinischer Daten. Die Kardiologen im Klinikum können bei Verdacht auf Herzinfarkt direkt vom Notarzt anonymisierte EKG-Kurven sowie Informationen zu Symptomen und Vorerkrankungen des Patienten erhalten, noch bevor dieser in der Notaufnahme ankommt. „Anhand dieser Daten können wir entscheiden, ob der Patient umgehend im Herzkatheterlabor behandelt werden muss oder ob vorher eine Diagnostik in der Notfallambulanz angezeigt ist“, informiert PD Dr. Röpke.

Herzkatheter erfordert Erfahrung und High-Tech-Medizin
Um ein verstopftes Herzkranzgefäß wieder durchlässig zu machen, führen Kardiologen bei einem Herzinfarkt unter Röntgenkontrolle einen Katheter von der Arterie am Unterarm oder der Leiste bis zum Herzen. Hier erweitern sie das verschlossene Gefäß mit einem Ballon und setzen eine Gefäßstütze, einen sogenannten Koronarstent, in das Herzkranzgefäß ein und stellen so die Sauerstoffversorgung wieder her.
Dieser hochkomplexe Eingriff erfordert spezielle Qualifikationen und viel Erfahrung. „Wir konnten in den vergangenen Monaten neue Mediziner und Pflegekräfte für unsere Klinik gewinnen, von denen wir nun einige strukturiert in interventioneller Kardiologie qualifizieren, um unser Team im Herzkatheter zu vergrößern. Ziel ist es, unsere beiden hochmodernen Labore zunächst am Wochenende und später rund um die Uhr für Notfälle besetzen zu können“, gibt PD Dr. Röpke einen Ausblick. Die Kardiologen der Klinik für Innere Medizin/Kardiologie am Krankenhausstandort Senftenberg führen pro Jahr rund 1.000 Katheteruntersuchungen durch und verfügen über langjährige Erfahrungen bei der Notfallbehandlung.

Klinikum stellt sich auf mehr Notfälle ein
Herz-Kreislauferkrankungen, zu denen der Herzinfarkt gehört, sind die häufigste Todesursache in Deutschland. Mit steigendem Lebensalter steigt auch das Risiko für einen Herzinfarkt. Zudem machen ältere Menschen einen Großteil der Notfallpatienten insgesamt aus. Im bundesweiten Vergleich liegt Brandburg beim Durchschnittsalter auf dem drittletzten Platz vor Thüringen und Sachsen-Anhalt. Das Klinikum Niederlausitz stellt sich konsequent auf die mit dem demografischen Wandel einhergehende steigende Anzahl von Notfällen ein. Dazu gehört neben dem Ausbau der Herzkatheterbereitschaft und der Intensivmedizin auch die Modernisierung der Notaufnahmen in Senftenberg und Lauchhammer. Anfang 2021 soll der Umbau der Notaufnahme in Senftenberg starten. Deren Konzept sieht u.a. den Wegfall von Wartezeiten und mehr Zeit für die Patientenbetreuung vor.
 
 

Bilder

KNL-HKTKardiologen des Klinikums Niederlausitz bei einem Eingriff im Herzkatheterlabor im Krankenhaus Senftenberg.
KNL-RöpkePriv.-Doz. Dr. Torsten K. Röpke, Chefarzt der Klinik für Innere Medizin/Kardiologie am Krankenhausstandort Senftenberg des Klinikums Niederlausitz.

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