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09.10. 2020

Patiententagebücher unterstützen beim Aufarbeiten des Krankenhausaufenthaltes

Wenn eine Krankheit oder Verletzung eine intensivmedizinische Behandlung notwendig machen, ist das für Patienten und ihre Angehörige meist aufwühlend und hochemotional. Im Klinikum Niederlausitz unterstützen Tagebücher die Betroffenen dabei, diese Zeit gut zu verarbeiten. In ihnen halten Ärzte, Pflegekräfte, Angehörige und manchmal auch Patienten selbst prägende Behandlungsverläufe sowie persönliche Gedanken und Wünsche während des Aufenthalts auf der Intensivstation fest. Patienten wie Michael B., der im März als erster Covid-19-Patient ins Krankenhaus in Senftenberg eingeliefert wurde, hilft das Tagebuch noch heute dabei, das Erlebte besser zu verarbeiten.

Dreieinhalb Wochen verbrachte Michael B. auf der Intensivstation des Klinikums Niederlausitz, davon zwei im Koma. Der 58-Jährige war der erste Covid-19-Patient, der im Klinikum Niederlausitz behandelt wurde. Ihn hatte das Corona- Virus so schwer erwischt, dass er mehrere Tage lang künstlich beatmet werden musste. An die Zeit, in der die Ärzte und Pfleger in Senftenberg um sein Leben kämpften und in der seine Familie um ihn bangte, kann sich Michael B. nicht erinnern.

Mit Hilfe seines Patiententagebuches, das ihm das Klinikum-Team am Tag seiner Entlassung übergeben hat, kann er heute die Zeit auf der Intensivstation aufarbeiten. „Wir haben einige Tage gebraucht, bevor wir überhaupt das erste Mal einen der Einträge lesen konnten. Und dann haben wir oft nur ein, zwei Sätze anschauen können und das Buch erst einmal wieder weggelegt“, berichtet Michael B., wie sehr ihn die Zeit im Klinikum bis heute bewegt, und fügt hinzu: „Es ist alles so lieb und sehr emotional geschrieben.“ Charlotte Loch, Pflegefachleitung auf der Intensivstation in Senftenberg, war eine der ersten, die Einträge im Tagebuch verfasst haben. „Wir bieten solche Tagebücher für Patienten an, bei denen wir davon ausgehen, dass sie lange auf der Intensivstation oder generell bei uns im Klinikum bleiben werden. Solche Tagebücher helfen ihnen dabei, ihre Erinnerung aufzuarbeiten. Auch wer nicht bei Bewusstsein ist, nimmt doch unter anderem Geräusche in der Umgebung wahr“, erklärt die Fachkrankenschwester.

Diese und andere unterbewusste Sinneseindrücke bleiben im Gedächtnis – und mithilfe des Tagebuches können Patienten auch das unbewusst Erlebte hinterher besser einordnen. In das Notizheft mit dem Klinikums-Logo können sich alle, die während des Krankenhausaufenthaltes für den Patienten da sind, einbringen: Ärzte, Pflegekräfte, Therapeuten und Angehörige. Und natürlich auch die Patienten selbst. „Das Tagebuch ist eine Stütze für die Patienten und ihre Angehörigen. Jeder kann sich frei beteiligen, es gibt keine Normen“, betont die Pflegefachleiterin.

Mit Hilfe der Aufzeichnungen können die Patienten später nachschauen, wie es ihnen auf der Station ging, was Pflegekräfte und Ärzte an ihnen beobachtet haben, wie sie behandelt wurden, welche Fortschritte oder aber auch Rückschritte sie gemacht haben. Angehörige notieren im Buch häufig, was in der Welt zu Hause passiert ist. „Viele Fragen kommen erst hinterher. Dann haben die Patienten noch einmal die Möglichkeit, im Tagebuch nachzuschauen und finden dort Antworten. Manche kommen nach ihrem Krankenhausaufenthalt auch noch einmal persönlich auf unsere Station, um sich anzuschauen, wo sie gelegen haben – und um Danke zu sagen. Das freut uns sehr“, sagt Charlotte Loch.

Auch Michael B. hat sich nach seiner Entlassung persönlich bei den Mitarbeitern des Klinikums bedankt und feiert künftig zweimal im Jahr Geburtstag – an dem Tag, an dem er auf die Welt gekommen ist, und an dem Tag, an dem er auf der Intensivstation in Senftenberg aus dem Koma erwachte.
 
 

Bilder

KNL-Tagebuch-2Michael B. blättert in seinem Patiententagebuch, das das Team der Intensivstation des Klinikums Niederlausitz für ihn gestaltet hat. Er war der erste Covid-19-Patient, der im Klinikum Niederlausitz behandelt wurde.
KNL-Tagebuch-1Pflegefachleiterin Charlotte Loch zeigt eines der Patiententagebücher. Sie helfen Menschen, die längere Zeit im Krankenhaus bleiben, dabei, das Erlebte aufzuarbeiten.

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