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08.01. 2019

Kein "skandalöser Umgang" und "menschenunwürdige Behandlung" der Patientin in Lauchhammer

Gemeinsame Stellungnahme von Familie Dreesen und dem Klinikum Niederlausitz vom 07.01.2019

Nach einem ausführlichen Gespräch, das am Montag, den 07.01.2019 zwischen Mario Dreesen, seiner Lebensgefährtin sowie Klinikum-Geschäftsführer Hendrik Karpinski und Pflegedirektorin Denise Hausdorf stattgefunden hat, fand man zu einem gemeinsamen Ergebnis:

Nach ausführlicher Schilderung der jeweiligen Sicht beider Seiten kamen wir zu einem gemeinsamen Verständnis der Geschehnisse.

Mario Dreesen und seine Lebensgefährtin bekräftigen, dass sie mit der Behandlung ihrer Mutter jederzeit, bis zu dem Positionieren auf der Matratze, sehr zufrieden waren. „Bis dahin war die Behandlung meiner Mutter in Ordnung und es ist alles gut gelaufen. Und auch damals, bei ihrem ersten Aufenthalt im Klinikum in Lauchhammer 2013, war die Behandlung meiner Mutter ohne Probleme“, sagt Mario Dreesen.

Der Patientin selbst geht es den Umständen entsprechend gut. Ihr tut es leid, dass sich eine der Krankenschwestern bei dem Versuch, sie aus dem Rollstuhl wieder in das Bett zu heben, den Rücken verletzt hat. „Trotz der offensichtlichen Schmerzen hat sie meine Mutter nicht losgelassen und sanft zu Boden gleiten lassen“, schildert Mario Dreesen.

Aus der nunmehr einvernehmlichen Sicht auf die Geschehnisse möchte das Klinikum folgende Punkte aus heutiger Sicht klarstellen.

Der vom Klinikum erwähnte erneute Hebeversuch der Patientin wurde von den Angehörigen nicht bestätigt. Diese Aussage wird vom Klinikum bestätigt und ist zur ersten Stellungnahmen (vom 01.01.2019) zu korrigieren.

In der zeitlichen Abfolge zur Kontaktaufnahme mit der Leitstelle beziehungsweise der Feuerwehr kam es zu Missverständnissen. Dem schließt sich das Klinikum an. Es ist möglich, dass der erste Kontakt zur Leitstelle durch Herrn Dreesen erfolgte.

Aus der Erfahrung heraus wusste Mario Dreesen, dass die Feuerwehr in der Lage ist, seine Mutter schnell wieder in das Bett zu heben. Diese Möglichkeit hatte er bereits selbst schon einmal bei einem Transport seiner Mutter von der Wohnung in einen Rettungswagen genutzt. Dieser Weg wurde unglücklicherweise erst nach einiger Zeit von den Klinikum-Mitarbeitern, auf mehrmaligen Hinweis von Herrn Dreesen, genutzt, als keine weitere Option mehr in Betracht kam. Den Mitarbeitern war nicht bekannt, dass die Feuerwehr in so einem Fall auch innerhalb des Klinikums aktiv werden kann.

Die Erklärung, dass die vorübergehende Lagerung auf der Matratze als pflegerisches Konzept durchaus möglich und nicht abwegig ist und in diesem Fall eine Zwischenlösung war, bis eine Möglichkeit gefunden wurde, das Heben der Patientin zu ermöglichen, hat den Angehörigen gefehlt.

Aufgrund der außergewöhnlichen Belastung ist es den Klinikum-Mitarbeitern in der ersten Konfrontation nicht gelungen, ausreichend gut und erklärend mit den Angehörigen zu sprechen. Mario Dreesen und seine Lebensgefährtin fühlten sich in ihrer Sorge um ihre Mutter nicht ausreichend ernst genommen. In ihrer Betroffenheit, durch die für sie nicht nachvollziehbaren Ereignisse, wurden sie von den Mitarbeitern des Klinikums nicht gut aufgefangen und angenommen.

Gemeinsam wurde erkannt, an welchen Stellen das Klinikum Handlungsbedarf hat - in der Verbesserung der Logistik und in der Anschaffung zusätzlicher Geräte sowie in der Sensibilisierung der Mitarbeiter für Situationen extremer Anspannung eine Kommunikation zu pflegen, die den Erwartungen und Bedürfnissen der Patienten und der Angehörigen entspricht.

Pflegedirektorin Denise Hausdorf wird sicherstellen, dass im Nachgang noch einmal mit allen Beteiligten das Gespräch stattfindet und der Sachverhalt zeitnah und intensiv ausgewertet wird.

Trotz besonderer Situationen und Herausforderungen im Klinikalltag, ist es oberstes Ziel, dass sich Patienten und Angehörige in ihren Bedürfnissen wahrgenommen fühlen. Dafür stehen im Krankenhausalltag Tätige in der Verantwortung – über dieses Grundverständnis besteht Einigkeit.

In der nunmehr gemeinsamen Sicht auf die Geschehnisse sind die Beteiligten zu der Überzeugung gelangt, dass nicht von einem „skandalösen Umgang“ mit der Patientin gesprochen werden darf. Die Formulierung von einer „menschenunwürdigen Behandlung“ der Patientin wird nun beiderseits als unzutreffend eingeschätzt.

Das gemeinsame Interesse liegt in der Sicherung von Wohl und Würde der Patientin. Das Klinikum ist dazu bereit, der Patientin weiterhin seine Unterstützung anzubieten, wenn das von der Familie gewünscht wird.

Mario Dreesen und das Klinikum sind sich einig, dass es nicht förderlich und notwendig ist, die Thematik weiter in der Öffentlichkeit zu behandeln und die Medien miteinzubeziehen. Gemeinsam wurde der Entschluss getroffen, nach dieser Erklärung keine weiteren Stellungnahmen mehr abzugeben.