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01.08. 2019

Klinikum Niederlausitz strebt Stabilisierung aus eigener Kraft an

Senftenberg/Lauchhammer. Auf Informationsveranstaltungen in den Krankenhäusern Senftenberg und Lauchhammer tauschte sich Geschäftsführer Uwe Böttcher am 31. Juli und 1. August mit den Mitarbeitern des Klinikums Niederlausitz über die Zukunftsperspektiven des Hauses aus. Das Klinikum Niederlausitz ist wegen seiner wirtschaftlichen Lage in die Schlagzeilen geraten. Verschiedene Maßnahmen sollen eine Stabilisierung aus eigener Kraft ermöglichen.

„Es ist keine leichte Kost, die ich Ihnen heute präsentiere“, eröffnete Uwe Böttcher die Mitarbeiterinformationsveranstaltungen des Klinikums Niederlausitz, die mit rund 200 Teilnehmern auf großes Interesse stießen. Das Vorjahresergebnis des Klinikums von minus 4,5 Millionen Euro belastet nicht nur die Bücher: Auch die Mitarbeiter, die bereits im Mai diesen Jahres über die sehr schwierige wirtschaftliche Situation informiert wurden, zeigen sich verunsichert über die Zukunft des Hauses. „Es sind verschiedene Sanierungskonzepte für das Klinikum Niederlausitz denkbar. Mein Ziel ist es, dass wir eine Stabilisierung aus eigener Kraft erreichen. Wenn wir alle anpacken, bekommen wir das hin“, plädierte Uwe Böttcher dafür, dass das Klinikum Niederlausitz in kommunaler Hand ohne weitere Gesellschafter bleibt.

Verschiedene externe Gutachter haben bestätigt, dass das Klinikum Niederlausitz medizinisch gut aufgestellt und aus der Gesundheitsversorgung in Südbrandenburg nicht wegzudenken ist. „Das Potential für unser Haus ist da und wird in einigen Bereichen weiter wachsen“, nannte Uwe Böttcher Kernelemente der Bewertungen. Entscheidend sei, wie sich das Klinikum Niederlausitz im Jahr 2019 entwickelt. Und es gibt positive Tendenzen: Der Dienstantritt zweier neuer Chefärzte im Frühjahr führte bereits zu einem Patientenanstieg. Die strukturierte Einforderung von ausstehenden Zahlungen und der komplette Verzicht von Leiharbeitnehmern in der Pflege wirken sich bislang ebenfalls günstig auf das Jahresergebnis aus. Die Ausgaben für Sachkosten, zum Beispiel für Energie und Verwaltungsbedarf, sind 2019 gesunken. Auch steigende Patientenzahlen und eine Entwicklung des Leistungsgeschehens eng am Wirtschaftsplan seien laut Uwe Böttcher gute Anzeichen dafür, dass eine Stabilisierung aus eigener Kraft realistisch ist. Unmittelbar anstehende Tarifverhandlungen bergen erhebliches Potential für die Kostenstabilität des Klinikums. Schließungen von Fachabteilungen seien keine Option, bekräftige Böttcher: „Die Patientenversorgung ist in unseren Häusern in allen Fachabteilungen ohne Einschränkungen gesichert. Unsere Kliniken leisten hervorragende Arbeit in der Grund- und Regelversorgung und bieten zum Teil sogar Spezialleistungen an.“

Eine Erstarkung des Klinikums von innen heraus ist aber nicht durch betriebswirtschaftliche Maßnahmen allein zu erreichen, wie Böttcher betonte: „Wir müssen das Vertrauen untereinander und der Patienten in das Klinikum Niederlausitz unter anderem durch mehr Transparenz stärken. Dazu gehört, die geplanten Konsolidierungsmaßnahmen interdisziplinär und hierarchieübergreifend umzusetzen, zu steuern und zu kontrollieren.“

Um die Transparenz zu fördern, etablieren sich aktuell im Klinikum Niederlausitz neue Instrumente der internen Kommunikation. So können Mitarbeiter ab sofort über ein eigens entwickeltes Mitarbeiterforum im Intranet auf kurzem Wege Lob, Kritik oder Fragen äußern und mit schnellen Antworten rechnen. Erste Einträge rufen bereits zum Zusammenhalt auf und konnten Gerüchte zerstreuen. Im Format „Triff die GF“ steht Geschäftsführer Uwe Böttcher zwei Mal im Monat formlos, ohne Anmeldung und Protokoll den Mitarbeitern für persönliche Gespräche zur Verfügung. Der „KlinikumNewsLetter“ informiert Mitarbeiter regelmäßig über die großen und kleinen Veränderungen im Haus. Auf den Mitarbeiterinformationsveranstaltungen nahmen die Teilnehmer das Angebot zum offenen Dialog rege an, indem sie Unterstützung für den gemeinsamen Weg anboten und einzelne Konsolidierungsmaßnahmen kritisch diskutierten.

Auch mit Patienten und Einweisern will das Klinikum zukünftig noch stärker in Dialog gehen: Am Tag der offenen Tür präsentieren am 14. September in Lauchhammer alle Kliniken und Institute unterhaltsam und informativ ihr Fachwissen, ihr Leistungsspektrum und ihr Engagement. Das parallel stattfindende, seit Jahren beliebte Kinderfest der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin wird Kinder aller Altersklassen mit einem magischen Programm verzaubern. Auch gut etablierte Patientenveranstaltungen wie die im Herbst geplanten Herz- oder Gefäßtage wollen kurze Wege zu gesundheitlichen Themen, die viele betreffen, ermöglichen. Über Befragungen und Informationsveranstaltungen fördern Geschäftsführung und Chefärzte den Dialog mit niedergelassenen Haus- und Fachärzten.

„Wir haben viele Bereiche, die richtig gut laufen, und engagierte Mitarbeiter. Wir leisten jeden Tag eine qualifizierte fachliche Arbeit und persönlich zugewandte Betreuung unserer Patienten. Wir müssen uns nicht verstecken!“, schloss Uwe Böttcher die Mitarbeiterinformationsveranstaltungen.

 
 

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Kristin Dolk
Referentin Unternehmenskommunikation

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