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25.11. 2019

Herzschlag im Takt dank High-End-Kardiologie in Senftenberg

Senftenberg. Noch bis zum 30. November 2019 macht die Deutsche Herzstiftung mit den Herzwochen auf bedrohliche Rhythmusstörungen aufmerksam. Zu den häufigsten Herzrhythmusstörungen gehört das Vorhofflimmern. Betroffene in der Lausitz können sich nun dank einer Kooperation zwischen der Klinik für Innere Medizin/Kardiologie des Klinikums Niederlausitz mit der Praxisklinik Herz und Gefäße auch in Senftenberg einer etablierten Therapie für das Vorhofflimmern und anderen Herzrhythmusstörungen unterziehen.


Nachdem ein Schlaganfall das Leben von Hans K. (Name geändert) aus Großräschen auf den Kopf gestellt hatte, begann die Ursachenforschung im Krankenhaus Senftenberg. „Herr K. litt unter einem bis dahin unerkannten Vorhofflimmern, das wahrscheinlich zum Schlaganfall geführt hat. Von dieser Herzrhythmusstörung sind rund zwei Millionen Deutsche betroffen. Eine sehr bewährte Therapiemethode, die elektrophysiologische Pulmonalvenenisolation, können wir nun auch in Senftenberg anbieten. Unsere Patienten müssen für diesen hochkomplexen Eingriff keine weiten Wege mehr auf sich nehmen“, informiert Priv.-Doz. Torsten K. Röpke, Chefarzt der Klinik für Innere Medizin/Kardiologie im Klinikum Niederlausitz.

Elektrische Signale im Herzen werden ausgeschaltet
Beim Vorhofflimmern besteht eine chaotische elektrische Erregung der Herzvorkammern anstelle des normalerweise strikt geregelten Erregungsablaufs. Durch diese chaotische Erregung wird das Blut nicht vollständig aus den Herzvorkammern in die Hauptkammern gepumpt. Unbehandelt kann es lebensbedrohlichen Herzproblemen oder zu einem Schlaganfall führen. Bei der Entstehung dieser Herzrhythmusstörung spielen die Pulmonalvenen (Lungenvenen) im Herzen eine entscheidende Rolle. Chefarzt Röpke erklärt: „Sind die elektrischen Impulse dieser Venen fehlerhaft, können sie Vorhofflimmern auslösen. Im Krankenhaus Senftenberg unterbrechen Spezialisten der Praxisklinik Herz und Gefäße in einem schonenden Eingriff direkt im Herzen diese Impulse und behandeln so die Ursache des Vorhofflimmerns“.
Dr. med. László Károlyi ist einer dieser Spezialisten: Der Facharzt für Innere Medizin/Kardiologie ist Gesellschafter der Praxisklinik Herz und Gefäße und leitet deren Rhythmusambulanz. Er hat elektrophysiologische Untersuchungen innerhalb der letzten 20 Jahre fast täglich durchgeführt und bleibt auch in kritischen Situationen routiniert: „Um den Katheter an den Pulmonalvenen zu positionieren wird durch das venöse Blutgefäß in der Leiste ein Katheter über die Hohlvene in den rechten Herzvorhof eingeführt und durch die Herzscheidewand hindurch im linken Vorhof platziert, die sogenannte transseptale Punktion. Dann wird das für die Störung verantwortliche Herzgewebe gezielt durch Kälte verödet, um die elektrische Leitung zwischen den Pulmonalvenen und dem Vorhof langfristig zu unterbrechen. Nach dieser sogenannten Kryoablation tritt das Vorhofflimmern bei circa 70 bis 80 Prozent aller Patienten nicht mehr auf“.

Kooperation zugunsten der Lausitzer Patienten
Vollnarkose und Beatmung sind für den Eingriff, der etwa ein bis zwei Stunden dauert, nicht notwendig. Die Patienten sind in der Regel örtlich betäubt und erhalten bei Bedarf Schmerz- und Beruhigungsmittel. In der Nachsorge konnte bei Hans K. auch im Langzeit-EKG mittels eines im Krankenhaus Senftenberg implantieren Herzmonitors kein Vorhofflimmern mehr festgestellt werden. Ob der Eingriff tatsächlich erfolgreich war, zeigt sich bei dieser Indikation nach etwa drei bis vier Monaten. Die Katheterablation findet auch bei weniger häufigen Herzrhythmusstörungen wie Vorhofflattern und AV-Knoten-Reentrytachykardie erfolgreich Anwendung.
„Die Kooperation mit den Kollegen des Klinikums Niederlausitz ermöglicht es uns zum einen, die Patienten unserer Senftenberger Zweigpraxis auch direkt vor Ort versorgen zu können, wenn ein solcher Eingriff notwendig ist. Zum anderen profitieren die kardiologischen Patienten des Klinikums davon, dass sie direkt am Standort bleiben können, wenn eine Ablationstherapie induziert ist“, begrüßt Prof. Dr. med. Stefan G. Spitzer, Hauptgeschäftsführer der Praxisklinik Herz und Gefäße, die Zusammenarbeit. Bei der elektrophysiologischen Pulmonalvenenisolation stehen Mitarbeiter des Klinikums Niederlausitz und der Praxisklinik Herz und Gefäße gemeinsam im Herzkatheterlabor, um den Niederlausitzern hochmoderne Standards in ihrer Region anbieten zu können. Über dieses Verfahren hinaus soll die Kooperation zwischen beiden Einrichtungen zukünftig weiter ausgebaut werden.

Terminhinweis: Am Herztag direkt bei den Experten informieren
Herzspezialisten des Klinikums Niederlausitz informieren am Mittwoch, den 27. November 2019, anlässlich der bundesweiten Herzwochen der Deutschen Herzstiftung in Vorträgen, an einem begehbaren Herzmodell und in Führungen von 13:00 bis 17:00 Uhr im Barbara-Foyer des Krankenhausstandorts Senftenberg über die Herzgesundheit. Im Fokus stehen die Ursachen des plötzlichen Herztods aufgrund koronarer Herzerkrankungen und das richtige Verhalten im Notfall. Die Teilnahme ist kostenfrei, die Veranstaltung richtet sich an Patienten, Angehörige und Interessierte.
 
 

Bilder

KNL-Kryo-1Fachsimpeln im Herzkatheterlabor über den nächsten Patienten: dr. med. László Károlyi (links), Gesellschafter der Praxisklinik Herz und Gefäße, und Priv.-Doz. Dr. Torsten K. Röpke (rechts), Chefarzt der Klinik für Innere Medizin/Kardiologie im Krankenhaus Senftenberg des Klinikums Niederlausitz.
Vorhofflimmern-Arctic-Front-Advance-LSPV-ProlapseMittels eines Herzkatheters wird bei der Kryoablation ein mit Gas gefüllter Ballon exakt dort platziert, wo die Rhythmusstörung ausgelöst wird. Mit Ausströmen des Gases wird dieser Bereich einige Minuten auf -40 Grad vereist und so verödet.
KNL-Kryo-2Dr. med. László Károlyi überprüft während der elektrophysiologischen Pulmonalvenenisolation im Krankenhaus Senftenberg den korrekten Sitz des Katheters im Herzen.

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